Über seine Musik

"Alle elf Songs auf der CD "Stereophonic Art" weisen die Besonderheit auf, dass sie jeweils komplett aus zwei Schichten bestehen, die von Anfang bis Ende eines jeden Songs in unterschiedlichen Tempi parallel ablaufen. Die Gestaltung dieser Schichten ist dabei sehr unterschiedlich: Die Instrumentierung reicht von stellenweise einem Instrument bis hin zu einem Gebilde aus Melodie- und Begleitinstrumenten, einschließlich Beat. Die zwei Schichten eines Stückes sind prinzipiell so aufeinander abgestimmt, dass beim Erklingen der Musik trotz der rhythmischen Reibungen ein harmonischer Gesamteindruck entsteht.

Wenn also alle Songs quasi in sich zweigeteilt sind, ist es technisch möglich, beide Schichten akustisch voneinander zu trennen. Ein 2.0-Lautsprechersystem (zwei gleiche Boxen, egal ob Aktiv- oder Passivboxen, ohne separaten Subwoofer) ist für die Wiedergabe genau geeignet, indem die eine Schicht nur auf der linken und die andere Schicht nur auf der rechten Seite zu hören ist. Der Grund für die akustische Trennung ist das Streben, die Zweiteilung konsequent zu Ende zu denken. Darüber hinaus wird dem interessierten Hörer eine Hilfestellung gegeben, die parallel ablaufenden Schichten leichter einzeln wahrzunehmen.

Um eine Begründung für die Zweischichtigkeit meiner Musik zu liefern, könnte ich jetzt versuchen, eine philosophische Erklärung über eine sich in dieser Musik widerspiegelnde Synthese zweier unterschiedlicher Dinge zu finden. Aber in Wirklichkeit ist es aus rein handwerklicher Sicht die Faszination vom Komponieren mit parallel ablaufenden Tempi, die mich seit meiner späten Jugend begleitet."

Matthias Lüth, 2018

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